Zum Programm
In den modernen Gesellschaften stehen Kinder und Jugendliche – ebenso wie deren Familien – unter zuvor nie gekannten, komplizierten Bedingungen. Der Übergang in die technisch und kommunikativ entgrenzte Wissensgesellschaft, die fortschreitende ökonomische Globalisierung und die zunehmende Alterung der Bevölkerungen ziehen insbesondere verschärfte Konkurrenzen der jüngeren und älteren Bevölkerungsgruppen nach sich. Neue informelle Formen des Lernens und der Bildung lösen traditionelle Berufswelten und -karrieren auf und verändern das Konsum-, Gesundheits- und Mobilitätsverhalten der Menschen, während zugleich internationale Migrationsströme eine wachsende ethnische, religiöse und kulturelle Vielfalt der Gesellschaften herbeiführen.
Die Entwicklungspsychologie und die Neurobiologie haben in den letzten Jahren auf die erstaunlich frühe Entfaltung von Fähigkeiten in der Kindheit aufmerksam gemacht. Dies wirft neue Fragen an die herkömmliche Frühpädagogik auf und erfordert die Innovation der gewohnten Frühförderungsprogramme im Sinne der Stimulation des individuellen frühkindlichen Lernens.
Eine zukunftsbewußte, innovative Kindheits- und Jugendforschung hat daher zum Ziel, den vielschichtigen und zum Teil problematischen Entwicklungen nachzugehen und versteht sich zugleich als Beitrag zur gesellschaftspolitischen Problemanalyse und -lösung, gleich viel, aus welchem Wissenschaftsbereich heraus sie ansetzt.
Der Diskurs Kindheits- und Jugendforschung widmet sich dem Gegenstandsfeld unter der integrativen Fragestellung von Entwicklung und Lebenslauf; er arbeitet fächerübergreifend und international. Zu Wort kommen deutsche und internationale Autorinnen und Autoren aus den einschlägigen Disziplinen wie Psychologie, Soziologie und Erziehungswissenschaft, sowie aus Ethnologie, Verhaltensforschung, Psychiatrie und Neurobiologie.
Der Diskurs Kindheits- und Jugendforschung erscheint hauptsächlich in deutscher Sprache mit englischen Abstracts, aber auch mit englischsprachigen Artikeln.
Der Diskurs Kindheits- und Jugendforschung
arbeitet mit Schwerpunktausgaben, um Themen mit einer gewissen Breite und Differenziertheit abhandeln zu können. Weitere Aufsätze erscheinen im „Allgemeinen Teil“. Der Rezensionsteil sieht vor, ausgewählte thematisch relevante Literatur kritisch zu prüfen und übersichtlich darzustellen.